Dynamo Stadion ohne Fußball – statt dessen: TUMULT

Wann war ich das letzte Mail im Dynamo-Stadion? Allein diese Frage zeigt wohl, ich bin da nicht ganz auf der Höhe. Ich könnte mich rausreden: Seit neun Jahren wohne ich nicht mehr in Dresden, aber das wäre quatsch, ich bin oft genug da.

Aber am letzten Dienstag (10. September 2019) war ich tatsächlich im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion und auch wenn ich kein Fußballfan bin, so finde ich doch dass Schwarz-Gelb ein Alleinstellungsmerkmal für Dynamo sein sollte. Also nehmt die Farben diesem anderen Verein doch einfach weg.

Wollte ich hier über Fußball bloggen? Nö. Letzten Dienstag war was ganz anderes los und gemeinsam mit 24000 anderen war ich bei Herbert. Herbert Grönemeyer.

Grönemeyer01

„Tumult“ heißt die Tour in diesem Jahr. Tumult veranstaltete der Herbert vor allem. Die Kilometer, die er am Ende des Abends in den Beinen hatte, sind beachtlich. Rennen und Singen. Das er singen kann beweißt er mehrfach. Ein Stimmumfang, der selten so zur Entfaltung kommt. Befürchtet hatte ich es wohl: Der Grönemeyer-eigene, leicht abgehackte Sprechgesang macht es schwer, neue Texte gleich zu verstehen. Obwohl die Akustik ganz ansprechend war – allein, mir fehlt der Vergleich; viel zu selten bin ich in den letzten Jahren auf einem Rockkonzert gewesen. Lang her, das Konzert in Leipzig, als die Lieder der CD MENSCH noch neu waren.

Was das betrifft, bleibt mir nur, die neuen Lieder aus der Konserve zu hören (was gerade passiert). Aber die bekannten, die alten, die waren doch Klasse. Und das Stadion sang mit. Die SÄCHSISCHE ZEITUNG beton am 12.09. dass es sogar schön klang, wenn die Fans in den dichten Reihen vor der Bühne zeilenweise vom ALKOHOL singen, in das Mikrofon, welches ihnen der Meister vor die sächsische Gusche hält, was man gar nicht merkt.

Also, ob FLUGZEUGE IM BAUCH, oder SIE MAG MUSIK NUR WENN SIE LAUT IST, oder MENSCH, oder MÄNNER: Es war ein echter Genuss.

(Konzertausschnitt – radiodresden.de)

Herbert Grönemeyer umarmt DRESDEN förmlich und nutzt den Abend: „KEINEN MILLIMETER NACH RECHTS!“ – Der Song FALL DER FÄLLE drückt das Credo aus. Er bekommt den Beifall, den diese Botschaft verdient. Auch das ist ein Signal aus Dresden.

Grönemeyer ist omnipräsent auf der Bühne, selten einmal tritt ein Musiker hinzu, mal ein Gitarist und mal ein Kontrabassist – die Band, die der Frontmann schon sehr lange bei sich hat, bleibt im Hintergrund. Die musische Handwerkskunst ist offensichtlich, also ich habe keine Fehler gehört.

Übrigens, das war ein tolles Bild mit dem Chor im Hintergrund der Bühne.

(Link von grönemeyer.de)

Über eine Stunde Zugaben. Es war ein schöner Abend.

© Bücherjunge

 

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