Auf zu den Indianern…

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… hieß es an diesem Wochenende. In jedem Frühjahr finden die Karl-May-Festtage (Festspiele gibt es an woanders) in Radebeul statt, Der Lößnitzdackel kurft durch das Tal unterhalb der Weinberge, Amerikaner aus dem 19. Jahrhundert werden im Laufe des Tages immer mehr gesehen und der unvermeidliche Sonnenschirm ehrbarer Damen war trotz vieler schattiger Plätze notwendiges Mitbringsel.

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Das Motto lautete in diesem Jahr Winnteou – Häuptling der Apatschen. Wer mich kennt weiß, dass ich mit diesen Abenteuern des „großen sächsischen Lügenboldes“ (Hermann Kant – Die Aula) nicht viel am Hut habe, aber diesmal waren erstmals echte Apatschen vor Ort im Lößnitztal.

Mich zog es natürlich zu den Indianern. Eine gute Bekannte von diversen Buchmessen moderierte stundenlang Auftritte von Angehörigen sehr verschiedener indigener Völker. Kerstin Groeper, Autorin vieler Indianerbücher vom Traumfängerverlag war die richtige Person dafür. Zuerst einmal erzählten und tanzten Oglala-Lakota aus South Dakota. Auf den dortigen Reservationen leben die Menschen in ziemlicher Armut und doch pflegen sie ihre Kultur und entwickeln sie weiter. Wir bekommen einen Einblick in Kultur und vor allem die heutige Tanzkultur, die auf den Pow Wow ausgeübt wird.

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Die White Mountain Apatschi Tribe kamen ein wenig „wild“ daher. So tanzten sie auch und Kerstin gab sich alle Mühe die vielen am Rand der Bühne sitzenden kleineren Kinder zu beruhigen. Aber alle Gruppen hatten auch ein paar Einlagen für die jüngsten (und älteren Fans) parat. Einige Gruppen zeigten auch teils spirituelle Dinge, bei Gebeten bat Kerstin darum keine Bilder zu machen.

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Als sehr interessant und sehenswert empfand ich die Tänzer der Kwakkwaka´wakw Nation. Sie leben im Nordwesten Kanadas. Die Kultur und Tänze waren auch in Kanada jahrzehntelang verboten und wurde trotzdem immer vom Häuptling auf die Nachfolger weitergegeben. Mich erinnerten die Maskentänze und die Art der Musik ein wenig an das japanische Kabuki-Theater. Sehr schön anzusehen waren die Kostüme der Tänzer. Ein „Monster“ sammelt und frisst Meeresfrüchte am Strand, ein anderes Wesen sammelt Kinder ein und frisst sie dann auf. Ein kleiner Junge verstand Englisch und erklärte lautstark was er da gerade gehört hatte. Kerstin hatte diesmal also nicht so viel zu tun.

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Von der Tsimhain – Nation kam Ed E. Bryant nach Radebeul und bot ebenfalls Lieder und Tänze seines Volkes. Auch dieses lebt im Nordosten Kanadas. Er zeigte den Zuschauern und lies sie dann auch mitmachen, wie sich der Adler, der Orka, der Wolf und der Rabe bewegen. Selbst gehört er zum Clan der Raben, weil seine Mutter aus dieser Familie stammt.

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Das war ein schöner und interessanter Nachmittag. Auf dem Rückweg hielt ich für ein längeres Gespräch an einem Stand des Vereins Tokata (Zukunft), der sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen indigener Völker einsetzt. Wir sprachen über alles mögliche, weil die Bücher des Traumfänger-Verlages und des Palisander-Verlages neben diversen anderen Flyern lagen. So kam ich doch noch zu einem Buch, der Autobiografie Mitch Walking Elk: Ich werde mich niemals ergeben, einem Aktivisten des American Indian Mouvement.

Tokata – LPSG Rhein/Main e.V. setzt sich unter anderem für die Freilassung von Leonard Peltier ein, das WINTERPROJEKT von Andrea Zwack sammelt über dem Förderverein für bedrohte Völker Geld für Heizkosten auf der Oglala Reservation Pine Ridge ein und One Spirit Deutschland e.V. unterstützt ebenfalls Lakota mit verschiedenen Programmen zum Beispiel für Jugendliche oder indigene Künstler.

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Da in der Mitte findet sich am Ende doch noch ein Buch von Karl May, dessen Bücher an vielen Ständen, oft auch antiquarisch angeboten werden. Dieses hier war mit einer Spende verbunden.

Es war ein schöner Tag in schönster Umgebung.

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© Der Bücherjunge

2 Gedanken zu “Auf zu den Indianern…

  1. g.rennicke@online.de 7. Juni 2019 / 15:19

    Das zu lesen war interessant,  schade, dachte nicht dort war.Das hätte mir auch gefallen.

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