Warum hier der Kölner Dom?

Weil ein nunmehr Dresdner Autor dessen Geheimnisse offenbarte.

Ralf Günthers                                   „Geheimnisse des Kölner Doms“

 

Vor einiger Zeit schickte emons: ein Buch zu mir mit besten Grüßen von Ralf Günther. Was der Kölner und Dresdner schriftstellerisch so treibt, verfolge ich schon längerer Zeit, Köln und ihr Wahrzeichen, der Dom, war bisher nicht dabei.

Doch war Köln die erste westdeutsche Stadt am Rhein, die ich nach 1989 besser kennen lernte. Sechs Wochen verbrachte ich Anfang 1991 beruflich in der Stadt. Da war ein Besuch des Doms natürlich zwingend geboten. Ein gewaltiger Bau – die größte Kirche Deutschlands 

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft ein Beitrag des WDR auf YouTube. Diese Kathedrale ist Schauplatz nicht nur christlicher Lithurgie, man lies sogar die Computerspielemesse “gamescom“ in den Bau. Laserimaginationen, Musik… 

„Wem gehört der Dom? – Der Dom gehört sich selbst.“ Spricht der Dombaumeister in diesem Beitrag.

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Sterne und die LTI

Im Jahr 1946 schrieb ein Dresdner Professor die erste Kritik an der Lingua Tertii Imperii, der Sprache des Dritten Reiches. Der Philologe Victor Klemperer hatte als Jude den Krieg in Dresden glücklicherweise überlebt. Damit war er nicht der Einzige, aber einer unter sehr wenigen. Das ausgerechnet der Feuersturm über Dresden im Februar 1945 es dem Ehepaar Klemperer ermöglichte, sich den gelben Stern von der Kleidung zu reißen, sollte doppelt mahnen und nachdenklich machen.

LTI-Corona

 

Vor allem jene, die diesen unsäglichen Vergleich für angebracht halten, der durch die Aufschrift des Sterns auf diesem Bild dokumentiert ist.

Gerade Träger dieses Sterns, als in diesem noch das Wort JUDE stand, wurden diversen medizinischen Impf- und Serumversuchen unterzogen und wenn sie nicht dabei starben, dann anschließend in den Gaskammern, inzwischen zu schwach um noch arbeiten zu können.

Das Tragen des „Dresdner Sterns“, und mich schüttelt es, dies zu schreiben, impliziert einen Vergleich der Diskussion um zukünftigen Impfschutz als Anlass der Corona-Pandemie mit den Versuchen von Mengele & Co. Erschütternd auch, dass ich dies in Kreisen meiner Bekanntschaft fand.

Es erübrigt sich an sich, hier die rechtmäßige, auch in einer friedlichen Versammlung unter freiem Himmel (für alle Deutschen! – Bürgerrecht nach Artikel 8 GG) sachliche Diskussion um flächendeckende Impfungen gegen Covid-19 und Gründe für deren Ablehnung durch Teile der Bevölkerung zu erwähnen. Die das Recht dazu allerdings mit Füßen treten, wenn sie die körperliche Unversehrtheit anderer (Art. 2 Abs. 2 GG) gefährden durch Erhöhung von Ansteckungsfaktoren, wie auch immer die genannt werden. Damit stehen sich Art 2 Abs 2 und Art. 8 gegenüber worin sie ihre Schranken finden, woran auch die Polizeifestigkeit des Artikels 8 nichts ändert.

Und doch sind es Teile dieser Dresdner Bevölkerung, die nun das vor wenigen Wochen noch als verantwortungsvoll angesehene Handeln der deutschen Regierung zur Eindämmung der Corona-Krise gleichsetzt mit denen, die beginnend mit den Rassegesetzen 1935, dem Pogrom am 09.11.38, genannt Reichskristallnacht, und der Wannseekonferenz 1942 dann in nur drei Jahren und vier Monaten eine beispiellose Vernichtungskampagne lostraten, die ihresgleichen in der Weltgeschichte nicht findet.

Man lese:

§ 90a StGB
(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3)

1. die Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ihre verfassungsmäßige Ordnung beschimpft oder böswillig verächtlich macht oder
2. die Farben, die Flagge, das Wappen oder die Hymne der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder verunglimpft,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Die Regierung ist Verfassungsorgan und somit Teil der verfassungsmäßigen Ordnung. (Und morgen schaue ich in Fischers Strafrechtskommentar). Punkt.

Mir scheint, dass dieses Verhalten, nicht so weit weg ist von dieser strafrechtlichen Norm, die ich denen entgegen halten will, die meinen, dass folgende Norm in ihrem vierten Absatz die Grundlage bildet für WIDERSTANDSGESCHREI! im Schulterschluss mit Extremen beider Lager.

Artikel 20 GG
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Man nennt das auch FDGO – Freiheitlich demokratische Grundordnung. Glaubt man hier, die Bundesregierung wolle diese Ordnung beseitigen? Richtet den Widerstand gegen die Extremisten beider Lager, für die trifft das nämlich zu.

Es hilft nicht, das GG vor sich herzutragen. Kleiner Tipp. Man suche sich die Norm, um die es einem geht, und trage die vor sich her. Dazu reicht es manchmal immer noch nicht, das Heftchen nur zu lesen, so einfach ist Staats. und Verfassungsrecht dann doch nicht. Da es aber seit 1990 in Dresdner Schulen Unterrichtsgegenstand ist, könnte sich ja Diese oder Jener daran erinnern.

Oder man im“pf“ormiere sich beim BA für PB über die Wirkungen der Grundrechte und was die Artikel 19 und 20 bedeuten und bewirken. Sofern man dieses nicht für das Establishment schlecht hin hält, gegen das man WIIIDERSATAND! gerade für geboten hält. Aber dann ist sowieso Hopfen und Malz verloren von Links Extrem bis Extrem Rechts und diese sterntragenden Leute dazwischen.

Ich bitte alle meine Freundinnen, Freunde, Kolleginnen und Kollegen und Bekannte, die sich diesen Dingen momentan nicht so richtig anschließen können, zumindest darüber nachzudenken.

© Der Bücherjunge

 

Tellkamp, Uwe: Die Carus-Sachen

19460Die Carus – Sachen. Neulich stieß ich wieder mal auf Uwe Tellkamp. Es ist ein Weilchen her, da ich den dicken TURM in den Händen hatte. Damals schrieb ich sinngemäß begeistert von der Art und Weise des Schreibens dieses Dresdner Autoren und regte mich gleichzeitig darüber auf, dass Tellkamp in seiner Dresden-Beschreibung so manches Fiktives dar und neben Faktisches stellte. Der Suhrkamp / Inselverlag beschreibt das Buch als „eine Rückkehr in die Welt des Turms“.

Das Buch. Der Roman ist auch die Geschichte einer Arzt-Familie, der Vater ist Oberarzt an der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus und der Name dieses Gelehrten kommt nicht von ungefähr.

Nun schickt Tellkamp, selbst Arzt, ein kleines Büchlein hinterher, welches diesem Carus gewidmet ist.

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Stammtischmorde III

Stammtischmorde Anthologie

Dreizehn Krimiexperten und Polizeipräsident Bernd Merbitz packen aus.  So steht das auf dem Deckel des Taschenbuches, herausgegeben von Hartwig Hochstein. Ich dachte, das wäre Andreas M. Sturm sein Metier, aber hier trifft sich ein Leipziger Stammtisch und tauscht auf diese Art und Weise seine morbiden Fantasien aus. Da sie dies veröffentlichen, scheint die Gruppe doch ungefährlich zu sein. der Leipziger Polizeipräsident erzählt betont nüchtern aus einem seiner ersten OST/WEST – Fälle und zieht dabei die Karte des Messegroßstädters, gegenüber dem kleinen Gronau, welches zwar mit einem gewissen Udo Lindenberg punkten könnte, aber auch dies übernimmt Merbitz selbst, denn er fängt Jahre nach dem erzählten Fall an und zwar während des Lindenbergkonzertes in der Red Bull Arena am 14. Juni 2014. – SPURLOS VERSCHWUNDEN ist ein Leipziger, den es auf dem Reiseweg über die Tschechoslowakische Sozialistische Republik über die Volksrepublik Ungarn bis nach Gronau verschlagen hatte. Finden wird in Merbitz´ Morduntersuchungskommission in Leipzig. Der Herausgeber hatte dem Chef der Leipziger Polizei von den geplanten Stammtischmorden erzählt und Merbitz war bereit mitzumachen.

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Sachsenmorde 3

Sachsenmorde 3Langsam komme ich auf den Geschmack. Es könnte zu einer Marotte werden, wahrscheinlich wird es das auch: Jeden Morgen zum Kaffee eine Geschichte lesen. Von Uwe Wittenfeld habe ich „letztens“, naja, auf der BuchBerlin im letzten Herbst ein paar Krimibücher bekommen. Eins davon ist Sachsenmorde 3. Unschwer zu erkennen, das es nun schon der dritte Band ist. Entweder ist in Sachsen viel los, heißt, es werden viele Leute umgebracht, oder die Schriftstellerei muss immer mal wieder auf das Genre zurück kommen.

Herausgeber ist Andreas M. Sturm.Er hat schon einige Krimi-Anthologien herausgebracht. Dessen Buch Vollstreckung habe ich schon 2018 auf Litterae-Artesque vorgestellt. Selbst hat er in Sachsenmorde 3 zwei morbide Geschichten beigetragen. SCHABERNACK (Mittelsachsen) fand ich schon mal ganz interessant, da zieht eine Nachbarin auf Rache sinnend alle Register um diesen fiesen alten Nachbarn zur Räson zu bringen, oder gar zur Strecke? AUSSER KONTROLLE (Dresden) gerät einem soeben entlassenen Bankangestellten sein Leben, nachdem ein selbst gedrehter Pornofilm mit seiner Ex über die Monitore der Bank flimmerte.

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Baum, Beate: Dresden rechts außen

Rechts außen_ebookIst es DAS Bild? Das Bild über Dresden? „Rechts Außen?“ Ist es das Bild bestimmter Medien, die allerdings in den letzten 30 Jahren genug Futter bekommen haben: Hoyerswerda, Sebnitz, Rostock…  Das sind nicht alle und doch sticht der „Osten“ heraus.

Doch wer sind diese „besorgten Bürger“ die da „spazieren gehen“, Montags, mit Transparenten, Schildern, Deutschlandfahnen und auf dem Theaterplatz „Lügenpresse!“ und „Merkel muss weg!“ skandieren und die mitteilen, sie wären „nicht Rechts!“ und auch „keine Nazis“. Inzwischen hat sich „Lügenpresse“ in „Systempresse“ gewandelt und überhaupt gipfelt der Sprachgebrauch und die Parolen in:

ABSAUFEN LASSEN!“ – Gemeint sind die Menschen auf den Schlauchbooten auf dem Mittelmeer, hin und her geschoben zwischen Libyen, Italien, Griechenland, Türkei…

Versuchte man noch das Gerede über die „schleichende Islamisierung“ des Abendlandes, als einen Ausdruck mangelnder Geschichtskenntnisse und schmalen Geschichtsbewusstseins eines nicht unerheblichen Teils der Kundgebungsteilnehmer abzutun, spätestens mit diesem „Absaufen lassen!“ (und anderen Parolen) ist jegliche Grenze für mich überschritten.

Für Beate Baum ist diese Grenze vermutlich ebenso überschritten. Die in Dresden wohnende gebürtige Dortmunderin hat in ihrem brandneuen Roman die regelmäßigen Kundgebungen von „BEDECHA“ – den „Bewahrern des christlichen Abendlandes“ – zum Ausgangspunkt einer weiteren Geschichte um das Journalistenpaar Kirsten Bertram und Andreas Rönn gemacht, die in HÄUSERKAMPF und WELTVERLOREN vor Jahren bereits in Litterae – Artesque besprochen wurden.

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